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Wenn wir nicht da wären, würden sie uns vermissen …

: ALPLA


Produkte der Nahrungsmittel- und Getränke-, Kosmetik- und Reinigungs-, sowie Öl- und Schmiermittelindustrie anwendungsgerecht zu verpacken, ist die Aufgabe von ALPLA. Menschen auf der ganzen Welt verwenden täglich ALPLA-Verpackungslösungen, auch wenn diese nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar sind. Weltweit produzieren 16.000 MitarbeiterInnen Qualitätsverpackungen für bekannte Marken. Die Entwicklung und Produktion dieser Produkte ist ein komplexer Prozess, der für Fachkräfte aller Spezialisierungen und Qualifikationsstufen spannende Aufgaben bietet und darüber hinaus ihre persönliche Entfaltung fördert. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik

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Der Produktentwicklungsprozess für Verpackung aus Kunststoff beginnt bei ALPLA mit Konzept-Design und Konstruktion der Behälter als Grundlage für die Konstruktion der Werkzeuge für deren Herstellung.

Der Produktentwicklungsprozess für Verpackung aus Kunststoff beginnt bei ALPLA...

Im Badezimmer, auf dem Esstisch, in der Handtasche, an der Tankstelle und an vielen anderen Orten begegnen uns ALPLA-Verpackungen täglich. Sie sind je nach Inhalt aus unterschiedlichen Materialien, dem jeweiligen Zweck entsprechend geformt und werden für die bekannten Weltmarken produziert.

Erfolg durch Kundennähe

Globalen Erfolg verdankt die 1955 gegründete ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG zwei prägenden Elementen ihrer Unternehmensphilosophie. Das eine ist ihr Selbstverständnis als Komplettanbieter, der nicht nur die Flasche erzeugt, sondern diese als gesamtes System einschließlich der Verschlusskappen herstellt. Das andere ist das konsequent verfolgte Prinzip der Kundennähe. Das Vorarlberger Familienunternehmen aus Hard am Bodensee produziert an 154 Produktionsstandorten in 40 Ländern der Welt. Knapp die Hälfte dieser Produktionsstandorte befindet sich direkt auf dem Areal des Kunden.

Nachhaltigkeit als Entwicklungsziel

So können die Kunststoffverpackungen bedarfsgerecht direkt an der Abfüllanlage bereitgestellt werden. Verpackung und Transport der leichten, aber voluminösen Leergebinde entfallen. Das erspart ALPLA-Kunden logistischen Aufwand, Energie und Kosten. „Der sparsame Umgang mit natürlichen
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Zu Beginn und Ende jedes Entwicklungsprojektes sowie an allen Zwischenstationen finden Statusbesprechungen mit allen direkt beteiligten MitarbeiterInnen von gelernten FacharbeiterInnen bis zu AkademikerInnen statt.

Zu Beginn und Ende jedes Entwicklungsprojektes sowie an allen Zwischenstationen...

Ressourcen ist eines der zentralen Ziele von ALPLA“, erklärt Ing. René Plattner, Head of Packaging Management bei ALPLA. Damit erhält das Unternehmen auch immer wieder Preise, zuletzt Ende 2014 für eine Duschgel-Flasche, deren Gewicht mit Schaumtechnologie um ca. 15 % reduziert werden konnte.

Diverse FachexpertInnen an Produktentwicklungsprozess beteiligt

Der Produktentwicklungsprozess ist komplex und wird von einer Projektleiterin oder einem Projektleiter koordiniert. An diesem Gesamtprozess beteiligt sind TechnikerInnen unterschiedlicher Qualifikationsstufen wie z.B. AbsolventInnen der dualen Berufsausbildung, der HTL und Hochschulen.

Nach Auftragserteilung und Kickoff-Meeting erfolgt auf Basis von Kundenvorgaben als erster Schritt das Design der späteren Flasche. Dabei sind kreative Ideen mit bestmöglicher Produzierbarkeit zu verbinden. Die ProduktdesignerInnen bereiten mittels CAD-Software die Grundlage für die Werkzeugkonstruktion. Nach dem Designentwurf können aufwendige Simulationen durchgeführt werden, um erste Erkenntnisse zur Produkteigenschaft zu gewinnen. Es besteht auch die Möglichkeit, mittels 3D-Druck STL- oder SLS-Modelle zu erstellen, welche dem Kunden die Möglichkeit geben, das Design bzw. die Haptik des späteren Produktes zu testen. „Bereits in dieser Phase sind von Industriedesign über Konstruktion bis Berechnung und Simulation viele unterschiedliche Experten gefragt“, sagt René Plattner.

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Im Technical Center werden zur Überprüfung der Werkzeugkonstruktion zunächst mit Pilot- und später aus Produktionswerkzeugen Kleinserien der Behälter hergestellt.

Im Technical Center werden zur Überprüfung der Werkzeugkonstruktion zunächst...

Forschung und Entwicklung

DI Dr. mont. Andreas Weber hat nach der Matura in Chemieingenieurwesen an der HTL Dornbirn an der Montanuniversität Leoben Kunststofftechnik studiert. Mit seiner Dissertation erlangte er die Promotion, die ihm 2014 vom Bundespräsidenten sub auspiciis verliehen wurde. Seit Februar desselben Jahres ist er im Corporate Research & Development bei ALPLA tätig. Dort sieht er seine Aufgabe vornehmlich als Unterstützung diverser Projektteams bei materialspezifischen Fragestellungen. „Im Zuge der Entwicklungsarbeit stoßen wir häufig in noch wenig erforschte Gebiete vor“, sagt Andreas Weber. „Das hält die Aufgabe fordernd und zugleich spannend und erfordert Disziplin sowie den Blick über den Tellerrand, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.“

Vom Werkzeugbau ins Technical Center

Mittels Konstruktionsdaten, die vom freigegebenen Produktdesign abgeleitet werden, entstehen Pilotwerkzeuge. Diese werden auf verschiedenen Entwicklung- bzw. Produktionsmaschinen nach einem definierten Qualifikationsprozess abgemustert. Die Maschinenparameter für eine stabile Produktion werden von KunststofftechnikerInnen in der Prozesstechnik definiert. Sämtliche Erkenntnisse aus diesen Testläufen fließen direkt in die Fertigung der Produktionswerkzeuge ein. Neben KonstrukteurInnen sind im Werkzeug- und Formenbau MetalltechnikerInnen im Einsatz.

Fabian Hämmerle-Bacher ist bei ALPLA als Konstrukteur tätig.
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Hergestellt werden die Werkzeuge je nach Anwendung aus Aluminium oder Stahl in einer modernst ausgestatteten mechanischen Fertigung.

Hergestellt werden die Werkzeuge je nach Anwendung aus Aluminium oder Stahl...

Er entschied sich nach seiner Matura im Fachbereich Automatisierungstechnik an der HTL Bregenz zum Karrierestart in der Blaswerkzeug-Konstruktion. „Durch Sonderprojekte und Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und Projektleitern aus der ganzen Welt bringt die Tätigkeit viele spannende Herausforderungen mit sich“, sagt der 23-jährige Fußacher. Er ist von der gelebten Kollegialität im Unternehmen begeistert, die auch gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Firma umfasst.

Mit Lehre zum Erfolg

Im Werkzeugbau werden Produktionswerkzeuge für die Massenproduktion gefertigt. Mathias Greinix ist im Werk Fußach hauptsächlich mit Rüsten, Einstellen und Bedienen der Maschinen beschäftigt. Er entschied sich während seiner Lehre als Kunststoffformgeber, auf die längere Ausbildung zum Kunststofftechniker umzusteigen. „Meine Ausbildung bei ALPLA brachte mir eine große Vielfalt von Fachkenntnissen“, sagt der junge Dornbirner. „Mit Aktivitäten wie Kennenlerntagen und Lehrlingsausflügen machte sie auch außerhalb der Lehrwerkstatt Spaß.“ ALPLA bildet insgesamt 85 Lehrlinge in Österreich und weitere 60 in Mexiko und China aus.

Talenteförderung wird großgeschrieben

Das Unternehmen macht es sich zur Aufgabe, MitarbeiterInnen
nach ihren speziellen Talenten und Neigungen nicht nur zu fordern, sondern auch zu fördern. Dazu gehört, die berufsbegleitende Weiterbildung – z. B. Meisterkurse, HTL-Aufbaulehrgänge oder Diplomarbeiten – finanziell und zeitlich zu unterstützen. Zusätzlich bietet die hauseigene Academy zahlreiche Kurs- und Seminarangebote.

Die wichtigste Voraussetzung für die persönliche Entfaltung und Entwicklung ist jedoch für viele das freundschaftlich-kollegiale und zugleich internationale Arbeitsumfeld.


Der Produktentwicklungsprozess für Verpackung aus Kunststoff beginnt bei ALPLA mit Konzept-Design und Konstruktion der Behälter als Grundlage für die Konstruktion der Werkzeuge für deren Herstellung.
Zu Beginn und Ende jedes Entwicklungsprojektes sowie an allen Zwischenstationen finden Statusbesprechungen mit allen direkt beteiligten MitarbeiterInnen von gelernten FacharbeiterInnen bis zu AkademikerInnen statt.
Im Technical Center werden zur Überprüfung der Werkzeugkonstruktion zunächst mit Pilot- und später aus Produktionswerkzeugen Kleinserien der Behälter hergestellt.
Hergestellt werden die Werkzeuge je nach Anwendung aus Aluminium oder Stahl in einer modernst ausgestatteten mechanischen Fertigung.
ALPLA setzt auf die Ausbildung von Fachkräften in eigenen Lehrwerkstätten.


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Im Gespräch

/xtredimg/2016/Kunststofftechnik/Ausgabe118/9392/web/Gerratt_05.jpgMit elektronischer Haut die Welt fühlen
Ehe Roboter sicher mit Menschen zusammenarbeiten können, brauchen sie bessere Möglichkeiten, die Welt um sich herum wahrzunehmen, als sie heute verfügbare Sensorik zur Verfügung stellt. Am Laboratory for Soft Bioelectronic Interfaces (LSBI) der École Polytechnique Fédérale de Lausanne arbeiten Aaron P. Gerratt und sein Team an einer Sensorik, die Berührungen elektronisch erfassbar macht. Im Unterschied zu anderen Ansätzen soll sich das Tast-Sensorium flächig über die Arme und Greifer von Robotern ziehen lassen und muss daher extrem dünn sein. Dadurch ist als die elektronische Haut auch dafür geeignet, Prothesen einen Tastsinn zu verleihen. Noch wurde längst nicht die letzte Etappe dieser Forschungsreise begonnen. Dennoch konnten die Schweizer Wissenschaftler im Rahmen der Materialerforschung bereits die praktische Eignung nachweisen. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik
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