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Schöne, digitale Fertigungswelt?

: x-technik


Es mangele vielen Unternehmen an einer umfassenden Industrie 4.0-Strategie. Wir laufen in Gefahr den Anschluss zu verpassen. Die Roboter nehmen uns die Arbeitsplätze weg etc. Wir alle kennen die alarmierenden Meldungen, mit denen wir uns im Zusammenhang mit der „vierten industriellen Revolution“ permanent konfrontiert sehen. Aber was ist tatsächlich Fakt? Wie ist der aktuelle Status Quo in den heimischen Betrieben? Sind „digitale Zwillinge“ von Produkten, Werkzeugen oder auch Prozessen vielleicht gar schon Wirklichkeit? All das und noch viel mehr konnte der Fachverlag x-technik in einer österreichweiten Umfrage sowie in vertiefenden Gesprächen herausfinden. Bildquelle: Siemens AG Von Sandra Winter, x-technik

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Bildquelle Siemens AG

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Man müsse sich dem Thema Industrie 4.0 schrittweise annähern. Mit überschaubaren Pilotprojekten beginnen und dann Step-by-Step weitermachen. Je nach individuellem Bedarf, in seinem eigenen Tempo. So in etwa lauten die Handlungsempfehlungen jener, die bereits etliche Etappen auf dem Weg zur digitalen Produktion bzw. zur vernetzten Fabrik erfolgreich zurückgelegt haben. Scheinbar wurden bzw. werden diese Ratschläge auch beherzigt.

Denn laut unserer Umfrage findet in Österreichs fertigenden Betrieben genau das statt. Auf der Suche nach weiteren Optimierungsmöglichkeiten wird immer öfter standardisiert, automatisiert und digitalisiert. Wobei der Druck, in neue Systeme und Technologien zu investieren, teilweise sehr stark von außen kommt: Einerseits ist es der globale Wettbewerb, der die Unternehmen zu maximaler Effizienz und möglichst „leanen“ Prozessen zwingt. Andererseits sind es die Kunden, die auf Trab halten. Denn deren Ansprüche steigen kontinuierlich. Kurze Reaktionszeiten werden heutzutage genauso selbstverständlich eingefordert wie Top-Qualität und ein Maximum an Service-Leistungen, das von der Erstellung spezieller Mess- und Prüfkontrolle bis hin zu umfassenden Condition Monitoring-Angeboten reichen kann. Deshalb ließ sich im Rahmen unserer Bestandsaufnahme in österreichischen Betrieben sehr gut beobachten, dass die meisten Firmen beim Thema Digitalisierung in zwei Richtungen denken: Einerseits geht’s darum, selbst besser – im Sinne von produktiver bzw. effizienter – zu werden. Und andererseits ist man bestrebt, neue Möglichkeiten aufzuspüren, die den Kunden bzw. Lieferanten Vorteile bringen könnten.

Der größte Nutzen: Transparenz

Österreichs Unternehmen digitalisieren nicht erst seit gestern. Die Teilnehmer
an unserer Umfrage sprachen vielmehr von einer natürlichen technologischen Weiterentwicklung, die auch ohne Industrie 4.0-Hype kontinuierlich am Laufen sei. CAD/CAM-Systeme sind teilweise schon seit den 80er Jahren in Verwendung, der Einsatz von Enterprise-Resource-Planning-Tools ist mittlerweile gemeinhin üblich und auch sonst macht sich immer mehr Software in den Fertigungshallen breit. Am häufigsten implementiert sind unserer Bestandsaufnahme nach Lösungen zur Maschinen- und Betriebsdatenerfassung, die teilweise in übergeordnete MES-Systeme eingebunden werden. Die Werkzeugverwaltung ist ein weiteres Thema, das viele Unternehmen bereits hochprofessionell managen. Was wir ebenfalls noch herausfanden: Wenn es nichts Passendes „von der Stange“ gibt, wird kurzerhand selbst entwickelt.

Auf die Frage nach dem größten Nutzen digitalisierter Abläufe kristallisierte sich vor allem eine Antwort als am meisten zutreffend heraus – mehr Klarheit darüber, was in den Produktionshallen wirklich Sache ist. Detailliertere Ergebnisse unserer Ermittlungen zum aktuellen Digitalisierungs-Status Quo in Österreichs fertigenden Betrieben sowie jede Menge guter Ratschläge, wie man es „richtig“ macht, finden Sie in den nächsten Berichten.


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Digitalisierung der Zerspanungstechnik

Im Gespräch

/xtredimg/2016/Kunststofftechnik/Ausgabe118/9392/web/Gerratt_05.jpgMit elektronischer Haut die Welt fühlen
Ehe Roboter sicher mit Menschen zusammenarbeiten können, brauchen sie bessere Möglichkeiten, die Welt um sich herum wahrzunehmen, als sie heute verfügbare Sensorik zur Verfügung stellt. Am Laboratory for Soft Bioelectronic Interfaces (LSBI) der École Polytechnique Fédérale de Lausanne arbeiten Aaron P. Gerratt und sein Team an einer Sensorik, die Berührungen elektronisch erfassbar macht. Im Unterschied zu anderen Ansätzen soll sich das Tast-Sensorium flächig über die Arme und Greifer von Robotern ziehen lassen und muss daher extrem dünn sein. Dadurch ist als die elektronische Haut auch dafür geeignet, Prothesen einen Tastsinn zu verleihen. Noch wurde längst nicht die letzte Etappe dieser Forschungsreise begonnen. Dennoch konnten die Schweizer Wissenschaftler im Rahmen der Materialerforschung bereits die praktische Eignung nachweisen. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik
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