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Kunststoffspezialisten starten durch

: ZKW Lichtsysteme


Die ZKW Group zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Licht- und Scheinwerfersystemen für die Automobilindustrie. Durch die hauseigenen Kompetenzzentren und dem damit verbundenen Know-how ist es möglich, die Kunden ständig mit neuen Innovationen zu beeindrucken. Dafür ist gut ausgebildetes und engagiertes Personal eine Grundvoraussetzung. Mitarbeiter der unterschiedlichsten Ausbildungsniveaus bilden die Basis des Unternehmenserfolgs und sichern auch die zukünftige Vorrangstellung in der Branche ab. Autorin: MMag.a Sabine Steiner / x-technik

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Auch wenn man auf den ersten Blick nicht Kunststoffspezialisten als ein Zünglein an der Waage vermuten möchte, so sind Kunststoffe in der Produktion, der richtige Einsatz von Materialien, deren Weiterentwicklung verbunden mit der Qualitätskontrolle wichtige Bestandteile im Unternehmen. Um das gesamte System am Laufen zu halten liegt ein besonderer Fokus auf der Ausbildung von Lehrlingen. Fachkräfte mit abgeschlossener Kunststoff-Ausbildung sind gesucht und am freien Markt nur selten zu finden. Daher rührt auch das Engagement von ZKW. Zurzeit nutzen 41 Lehrlinge die Möglichkeit einer Top-Ausbildung im Kunststoffbereich.

Lehrling Kunststoffformgeber/Kunststofftechniker

Die Lehrzeit des Kunststoffformgebers beträgt drei Jahre. Die Weiterqualifizierung zum Kunststofftechniker (Lehrzeit 4 Jahre) dauert nochmals ein Jahr. Einen zusätzlichen Anreiz sollen die jährlich stattfindenden Lehrlingsseminare bieten. Je nach Ausbildungsjahr soll diese 1 ½-tägige, gemeinsam verbrachte Zeit in Seminarhotels das „Wir-Gefühl“ stärken. Aber nicht nur das. Auch Workshops wie zum Beispiel Präsentationstechniken und Aktivitäten zum Teambuilding stehen auf der Tagesordnung. Im dritten Lehrjahr gibt es als Belohnung zum Lehrabschluss den obligaten Action-Day. Dabei geht es entweder in den Hochseilgarten oder zum Raften. Diejenigen, die sich besonders bemüht und den Lehrabschluss mit Auszeichnung abgeschlossenen haben, erhalten eine zusätzliche Prämie als Anerkennung. Last but not least gilt eine Lehre im Kunststoffbereich beinahe als eine Jobgarantie. Bereits noch während der Ausbildungszeit werden Jobperspektiven besprochen und weitere Entwicklungsmöglichkeiten
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ZKW entwickelt und produziert mit modernsten Fertigungstechnologien komplexe Premium-Beleuchtungen und Elektronikmodule für Scheinwerfersysteme in der Automobilindustrie.

ZKW entwickelt und produziert mit modernsten Fertigungstechnologien komplexe...

und verantwortungsvolle Tätigkeiten nach dem Lehrabschluss angeboten. Ist der Wissensdurst noch nicht gestillt, bietet sich die Lehre mit Matura an. Dabei werden die Kurse in Deutsch, Englisch und Mathematik im Unternehmen angeboten und können daher Großteils während der Arbeitszeit absolviert werden.

Alle Ausbildungsniveaus gefragt

Aber nicht nur Lehrlinge stehen auf der Recruitingliste ganz oben. Auch Schüler und Studenten – je nach ausgeschriebener Position mit oder ohne Berufserfahrung – finden eine Vielzahl an Einstiegsmöglichkeiten vor. Sei es durch ein erstes Beschnuppern während eines Ferialpraktikums im Sommer oder durch ein Praktikum im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit. Auch Diplomarbeiten zu aktuellen Themen bieten eine optimale Möglichkeit sich gegenseitig besser kennen zu lernen. Die Einsatzmöglichkeiten für Professionals im Kunststoffbereich sind vielfältig: Angefangen beim Einkauf, im Tool-Engineering oder in der Prozessentwicklung, die sich mit der Beschaffung von Spritzgussanlagen, Erforschung neuer Technologien und der Abwicklung von Kundenprojekten beschäftigt, sind Kunststoffspezialisten mit höherer Ausbildung gefragt. Ein weiterer zentraler Ankerpunkt ist das Materialkompetenzzentrum.

Kunststofftechnik in der Praxis

Andrea Schneider ist heute Teamleiterin im Materialkompetenzzentrum und seit rund 20 Jahren im Unternehmen tätig. Nach ihrem Abschluss an der Schule der Technik (TGM) in Wien, mit Schwerpunkt Kunststofftechnik, begann sie ihre Laufbahn bei ZKW in der Qualitätssicherung. In der Spritzgussfertigung konzentrierte sie sich vor allem auf das Erstellen von
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Der Einsatz vieler verschiedener Arten von Kunststoffen, von hochtechnischen bis hin zu Standard-Kunststoffen, machen die Aufgabenbereiche für Kunststofftechniker bei ZKW abwechslungsreich und spannend.

Der Einsatz vieler verschiedener Arten von Kunststoffen, von hochtechnischen...

Prüfplänen für Kunststoffteile und die Schadensanalyse. Vor einigen Jahren startete sie im Materialkompetenzzentrum neu durch und ist seitdem konzernweit die zentrale Anlaufstelle in allen kunststofftechnischen Fragen. „Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich sagen, dass der Kunststoffbereich ein sehr vielfältiges und abwechslungsreiches Aufgabengebiet ist. Ich bin zum Beispiel bei Projekten involviert, bei denen ein neuer Kunststoff gesucht wird, lege fest, welcher dafür geeignet ist, erstelle den Prüfbericht und begleite das Prozedere bis hin zur internen Freigabe. Wir liefern das kunststofftechnische Know-how für die thermischen und mechanischen Simulationen, die von Kollegen und Kolleginnen durchgeführt werden“, lässt uns Frau Schneider tiefer in ihr Aufgabengebiet blicken. Wie sieht ein typischer Arbeitsalltag aus? „Anfragen kommen meist per Telefon oder Mail. Aufgrund unseres Fachwissens und unserer internen Datenbank können offene Fragen meistens rasch und unbürokratisch beantwortet werden. Nur in seltenen Fällen bedarf es längerer Recherchen oder auch einer Kontaktaufnahme mit Lieferanten“, erklärt sie uns weiter.

Damit der mechanischen Simulation immer die beste Datenqualität geboten werden kann, muss die Materialdatenbank ständig auf neuestem Stand gehalten werden. Das ist ein Aufgabengebiet von Tanja Wernig. Nach ihrem Universitätsabschluss in Werkstoffwissenschaften an der Montanuniversität Leoben begann ihre Berufslaufbahn bei ZKW in der Prozessentwicklung Oberflächentechnik. Seit einem halben Jahr teilt sie sich mit Andrea Schneider die Aufgaben im Materialkompetenzzentrum. Zu ihren Aufgaben zählt neben der Wartung der Materialdatenbank auch das Sammeln und Interpretieren von Materialdaten. Zu ihrer Aufgabe zählt die Sammlung aller Daten (auch der mechanischen), die zur Wartung der Materialdatenbank benötigt werden. Diese liefern wichtige Hinweise in der Spritzgusssimulation aber ebenso in der mechanischen Simulation. Dadurch lassen sich z. B. Rückschlüsse
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Der richtige Einsatz von Materialien, deren Weiterentwicklung verbunden mit der Qualitätskontrolle sind wichtige Bestandteile im Unternehmen. (V.l.n.r. Andrea Schneider, Tanja Wernig)

Der richtige Einsatz von Materialien, deren Weiterentwicklung verbunden mit...

auf die zulässige Streckspannung oder kritische Spannung eruieren. Wird diese über- oder unterschritten, d. h. bricht ein Bauteil oder biegt es sich durch, sind Änderungen und Anpassungen in der Konstruktion notwendig.

„Mein Aufgabengebiet ist sehr umfassend. Neben der Materialdatenaktualisierung und -erfassung betreue ich auch mehrere Technologieprojekte. Das reicht von wärmeleitfähigen Kunststoffen bis hin zur Suche nach alternativen Materialien, um die Bandbreite der Lieferanten zu erhöhen. Ein weiteres Projekt ist das Eruieren und die Testung neuer Kunststoffe, die uns irgendwann die Metallisierung in den Licht- und Scheinwerfersystemen und damit einen Arbeitsschritt ersparen sollen“, informiert Frau Wernig über einige ihrer Aufgaben und führt weiter aus: „Wir sind ständig auf der Suche nach neuen Materialien die bereits auf dem Markt sind. Werden wir fündig, unterliegt der „neue“ Kunststoff erstmals einer eingehenden Validierungsprüfung in unserem Unternehmen. Erst wenn alle Anforderungen und Parameter erfüllt sind geben wir den Werkstoff frei und er kommt zum Einsatz.“

Worauf kommt es noch an?

„Diese Aussage kommt von Fr. Wernig. Der restliche Absatz wurde von Fr. Schneider ausgeführt. Aber auch komplexe Zusammenhänge erkennen können, die oft kein kunststofftechnisches Problem darstellen aber trotzdem in unseren Bereich hineinspielen, ist eine wichtige Eigenschaft in unserem Job. Aber gerade diese Vielseitigkeit macht die Kunststofftechnik bei ZKW so spannend. Nicht zuletzt, da wir außergewöhnlich viele Arten von Kunststoffen verarbeiten, wie es kaum in einem anderen Unternehmen der Fall ist. Vor
allem hochtechnische bzw. Kunststoffe die andere nur sehr selten verarbeiten, bis hin zum Einsatz von Standardwerkstoffen machen die Aufgaben für uns Kunststofftechniker so abwechslungsreich“, schwärmt Frau Schneider über die Vielfältigkeit und Herausforderungen für Kunststofftechniker bei ZKW und kann Interessierten diese Ausbildungsrichtung nur wärmstens weiter empfehlen.

ZKW entwickelt und produziert mit modernsten Fertigungstechnologien komplexe Premium-Beleuchtungen und Elektronikmodule für Scheinwerfersysteme in der Automobilindustrie.
Der Einsatz vieler verschiedener Arten von Kunststoffen, von hochtechnischen bis hin zu Standard-Kunststoffen, machen die Aufgabenbereiche für Kunststofftechniker bei ZKW abwechslungsreich und spannend.
Der richtige Einsatz von Materialien, deren Weiterentwicklung verbunden mit der Qualitätskontrolle sind wichtige Bestandteile im Unternehmen. (V.l.n.r. Andrea Schneider, Tanja Wernig)


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Im Gespräch

/xtredimg/2016/Kunststofftechnik/Ausgabe118/9392/web/Gerratt_05.jpgMit elektronischer Haut die Welt fühlen
Ehe Roboter sicher mit Menschen zusammenarbeiten können, brauchen sie bessere Möglichkeiten, die Welt um sich herum wahrzunehmen, als sie heute verfügbare Sensorik zur Verfügung stellt. Am Laboratory for Soft Bioelectronic Interfaces (LSBI) der École Polytechnique Fédérale de Lausanne arbeiten Aaron P. Gerratt und sein Team an einer Sensorik, die Berührungen elektronisch erfassbar macht. Im Unterschied zu anderen Ansätzen soll sich das Tast-Sensorium flächig über die Arme und Greifer von Robotern ziehen lassen und muss daher extrem dünn sein. Dadurch ist als die elektronische Haut auch dafür geeignet, Prothesen einen Tastsinn zu verleihen. Noch wurde längst nicht die letzte Etappe dieser Forschungsreise begonnen. Dennoch konnten die Schweizer Wissenschaftler im Rahmen der Materialerforschung bereits die praktische Eignung nachweisen. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik
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