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Fachpresse liefert wertvollen Beitrag zur Markenpositionierung

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Interview mit Hannes Hämmerle, Geschäftsführer der 1zu1 prototypen GmbH & Co.KG, die zu den Pionieren der Additiven Fertigung in Österreich zählt. Von Anfang an hat das Vorarlberger Unternehmen das Fachmagazin Additive Fertigung unterstützt. Hannes Hämmerle erzählt, was die Branche aus der Krise lernen kann.

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Hannes Hämmerle (links) und Wolfgang Humml, Geschäftsführer der 1zu1 Prototypen GmbH & Co.KG.

Hannes Hämmerle (links) und Wolfgang Humml, Geschäftsführer der 1zu1 Prototypen...

Herr Hämmerle, die momentane Situation ist für die meisten Unternehmen eine große Herausforderung. Wie geht Ihr mit der Situation um?

Wir sind in Kurzarbeit und überlegen uns, in das nächste Kurzarbeitsmodell für die nächsten sechs Monate einzusteigen.

Da die Parameter nicht endgültig klar sind, können wir diese Entscheidung auch erst Mitte September treffen. Wir sehen uns bezüglich der verfügbaren Angebote besonders im Lasersintern neueste Technologien genau an. Krisen haben sich immer auch als Chancen herausgestellt. Wenn wir uns jetzt gut technologisch aufstellen, können wir wahrscheinlich günstig neueste Anlagen einkaufen. Natürlich ist es ein Risiko, da die Anlagen in Zukunft auch ausgelastet werden müssen. In Marketing beginnt ein völliges Umdenken. Können wir auf unsere alte Methodik, durch Messeteilnahmen Neukunden zu gewinnen, überhaupt noch zurückgreifen? Da die Messen gestrichen werden, investieren wir das geplante Kapital in Online-Marketing. In einem Jahr werden wir mehr wissen. Aber allein der Zwang, neue Wege anzugehen, bringt Erfahrung und Know-how, das wir ansonsten nicht gemacht hätten. Wir sind auch offener geworden gegenüber dem Thema Homeoffice. Waren wir in Vergangenheit sehr skeptisch, so hat sich gezeigt, dass auch hier viele Chancen stecken. Es gilt, auch hier das richtige Maß für uns herauszufinden.

Wie wirkt sich die momentane Situation für Euch im Bereich der Akquise und des Marketings aus?

Es gibt jederzeit ausreichend persönliche Kapazität für intensive
Beratung unserer Kunden. Hauptsächlich per Mail und am Telefon. Besuche bei Kunden sind leider noch sehr eingeschränkt. Eine Befragung einer kleinen Kundengruppe zeigt klar auf, dass innerhalb eines Jahres kaum Besuche auf Messen und Tagungen unserer Kunden gemacht werden. Wir versuchen, diese Unternehmen zu uns ins Haus zu holen. Dafür werden Kapazitäten bei den Kunden freigestellt. Und hier ist es wichtig, eine sehr sichere Plattform bieten zu können. Im Marketing stellen wir derzeit ein großes Investitionspaket für Online-Marketingmaßnahmen auf. Speziell im 3D-Druck soll dies die Nachfrage vervielfachen.

Welchen Stellenwert hat die Fachpresse für Euch als Pionier im Bereich der Additiven Fertigung in Österreich?

Durch Fachberichte wird ein Fachpublikum aktiviert und mit Informationen gefüttert. Als Leader im DACH-Raum müssen wir dieses Leadership auch stets kundtun. Die Fachpresse leistet hier einen wichtigen Beitrag, unsere Marke zu positionieren. Leider wirkt sich dies kaum so aus, dass direkte aktuelle Anfragen an uns gestellt werden. Danke an x-technik, dass ihr uns die Plattform geboten habt, uns stets hier zu positionieren. Diese Chance gab es ausschließlich bei euch und wir hoffen weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit und größere Verbreitung eures Mediums. Optimal ist auch, dass man die einzelnen Artikel über die Plattform www.additive-fertigung.at online abrufen kann.

Werden durch das Wegfallen von Messen und Veranstaltungen die anderen Medien Eurer Meinung nach an Wichtigkeit gewinnen?

Auf jeden Fall. Besonders Digitalisierung, Webinare etc. werden sehr wichtige Themen. Kunden melden uns, dass wir sie im Haus unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards besuchen können. Oder dass sie uns unter den selben Voraussetzungen besuchen dürfen. Ich denke, der direkte Kundenkontakt wird wichtiger
als bisher, aber genauso das Online-Geschäft. Auch dabei gilt es auf qualitativ hochwertige Infos zu setzen.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit virtuellen Veranstaltungen und Meetings oder Ähnlichem gemacht?

Mit virtuellen Veranstaltungen eher schlechte. Waren z. B. vor Corona Interessenten bereit, eine Schulung gegen Bezahlung zu machen, so sind dieselben für einen Online-Workshop oder für eine ähnliche Schulung kaum mehr bereit Geld auszugeben. Meetings werden erst jetzt wieder erlaubt. Hier gibt es aber eine zunehmende Nachfrage. Die Kunden und Interessenten wollen auch wieder direkten Kontakt – face to face. Das ist einfach auch ein soziales Bedürfnis. Da wir mit unserem Vertriebsteam gut aufgestellt sind, fällt es uns leicht, diesem Bedürfnis nachzukommen.

Kann das AM-Geschäft von der Corona-Krise Eurer Meinung nach profitieren? Und wie?

3D-Druck war eines der starken, oft genannten Themen in dieser Krise und somit hat sie geholfen, unsere Technologien weiterzuverbreiten. Manche Projekte konnten erstmals nur deshalb realisiert werden, weil es unsere 3D-Drucktechnologien gab. Wahrscheinlich wurden dadurch auch Leben gerettet. Wir werden nachhaltig davon profitieren.

Nebenbei mussten wir auch feststellen, dass vor lauter 3D-Druck-Hype, Standardtechnologien und die Möglichkeiten mit Rapid Tooling in hoher Geschwindigkeit Spritzgussteile realisieren zu können, fast vergessen wurden. Aber auch
hier gab es die Chance, bei jeder Anfrage aufzuklären und Alternativen in beiden Technologien gegenüber zu stellen.

Interessant war, dass vor Corona sehr viel über die Zulassung von 3D-Druck-Kunststoffen gesprochen wurde. In der Notsituation wurde das in den Hintergrund gedrängt. Hier galt es, einfach schnell eine Lösung zu finden. Die fantastischen Möglichkeiten des 3D-Drucks und von AM konnten sich hier beweisen. Jetzt wird aber wieder vermehrt nach Flammschutz, Bio-Kompatibilität etc. gefragt.

Was muss der AM-Bereich jetzt tun, um sich besser zu positionieren?

Wir müssen uns rüsten auf „das Leben danach", Investieren in Online-Marketing und fit machen mit der besten Technologie für die Zukunft – antizyklisch handeln! Unsere Erfolgsgeschichten müssen in die Öffentlichkeit und erzählt werden. Besonders jene, die bei Covid-19 geholfen haben, Gutes zu tun.

Wie stellt Ihr Euch der Situation und wie positioniert Ihr Euch?

Wir werden verstärkt in neue Technik investieren und verstärken unsere Marketing-Aktivitäten. Wir versuchen verstärkt, Freigaben für unsere AM-Geschichten zu bekommen. Was sehr schwierig ist. Ziel ist es, uns als Lead-Player im oberen Qualitäts- und somit Preissegment noch besser zu platzieren und zu positionieren.

Wir bedanken uns für das Gespräch.



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/xtredimg/2016/Kunststofftechnik/Ausgabe118/9392/web/Gerratt_05.jpgMit elektronischer Haut die Welt fühlen
Ehe Roboter sicher mit Menschen zusammenarbeiten können, brauchen sie bessere Möglichkeiten, die Welt um sich herum wahrzunehmen, als sie heute verfügbare Sensorik zur Verfügung stellt. Am Laboratory for Soft Bioelectronic Interfaces (LSBI) der École Polytechnique Fédérale de Lausanne arbeiten Aaron P. Gerratt und sein Team an einer Sensorik, die Berührungen elektronisch erfassbar macht. Im Unterschied zu anderen Ansätzen soll sich das Tast-Sensorium flächig über die Arme und Greifer von Robotern ziehen lassen und muss daher extrem dünn sein. Dadurch ist als die elektronische Haut auch dafür geeignet, Prothesen einen Tastsinn zu verleihen. Noch wurde längst nicht die letzte Etappe dieser Forschungsreise begonnen. Dennoch konnten die Schweizer Wissenschaftler im Rahmen der Materialerforschung bereits die praktische Eignung nachweisen. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik
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