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Anpassungsfähigkeit am Prüfstand

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Das neue Coronavirus SARS-CoV-2 stellte nicht nur die weltweiten Gesundheitssysteme auf den Prüfstand, sondern auch die Anpassungsfähigkeit von Unternehmen an erschwerte Rahmenbedingungen. Denn plötzlich galt es Herausforderungen wie unterbrochene Lieferketten, Reisebeschränkungen, Umsatzeinbrüche, verschärfte Hygienevorschriften und vieles andere mehr zu meistern. Einen ersten Zwischenbericht darüber, wie die heimischen Betriebe auf diese „Challenges“ reagierten, veröffentlichten wir in der Ausgabe 2/Mai der FERTIGUNGSTECHNIK. Nun liefern wir ein Update. Von Sandra Winter sowie Christof Lampert und Robert Fraunberger, x-technik

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Unser aller Leben wurde durch SARS-CoV-2 massiv auf den Kopf gestellt. Vielem, das bis vor Kurzem selbstverständlich war, wurde plötzlich per Verordnung ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben. Dieses rigorose Vorgehen im Dienste der Gesundheit bekommt auch die Industrie schmerzhaft zu spüren. © ink drop – stock.adobe.com

Unser aller Leben wurde durch SARS-CoV-2 massiv auf den Kopf gestellt. Vielem,...

Corona hinterlässt in den unterschiedlichsten Bereichen einschneidende Spuren. So viel steht jetzt schon fest, obwohl über die längerfristigen Auswirkungen teilweise noch Unklarheit herrscht. „Es wird sicherlich ein ‚vor' und ein ‚nach' Covid-19 geben“, ist Marc Schuler, Managing Director bei Dixi Polytool, überzeugt. Er geht u. a. davon aus, dass sich die berufsbedingte Reisetätigkeit auch nach überstandener Krise massiv reduzieren wird und hat entsprechend vorgesorgt. „Bei Dixi Polytool bauen wir momentan ein kleines Filmstudio mit mehreren Kameras in den Konferenzräumen und der Fertigung, damit wir in Zukunft flexibel und kundenorientiert Seminare organisieren können, die ohne Reisetätigkeit funktionieren“, bringt er ein Beispiel für eine an die derzeitige Situation angepasste Vorgehensweise.

Bei einer Sonderumfrage der Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) zu den Auswirkungen der Covid-19 Pandemie gaben 63 % der Interviewten an, dass sie die Reiseeinschränkungen in irgendeiner Art und Weise zu spüren bekamen. So konnten sie beispielsweise ihre Manager, Techniker und Außendienstmitarbeiter nicht mehr zu ihren Kunden schicken. Ein Szenario, das auch Gerhard Melcher, Leitung Vertrieb, Zerspanung und Marketing bei Boehlerit, aus eigener Erfahrung kennt. „Keine Flugreisen, keine persönlichen Kontakte mit Kunden in Übersee und selbst in Europa laufen die Außendienstaktivitäten erst langsam wieder an“, bringt er die Problematik auf den Punkt. Über im wahrsten Sinne des Wortes offene Baustellen berichtet Andreas Fill, CEO der Fill GmbH, in diesem Zusammenhang: „Bedingt durch eingeschränkte Reisemöglichkeiten haben wir bei einigen Montagen noch ein paar Dinge offen, weshalb wir bezüglich Betriebsleistung doch 20 % hinter Plan sind.“ Insgesamt sei die Gesamtperformance des Unternehmens in den letzten Monaten bei etwa 85 % gelegen.
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Wie nachhaltig sich die Wirtschaft verändern wird, ist im Moment noch schwer abzuschätzen. Es gibt viele Punkte, die in den letzten Monaten teilweise aus akuter Not initiiert wurden. Wir bezweifeln aber, ob sich das im großen Stil längerfristig halten wird. Mag. (FH) Mario Haidlmair, Geschäftsführer der Haidlmair GmbH

Wie nachhaltig sich die Wirtschaft verändern wird, ist im Moment noch schwer...

„Sofern keine zweite Welle kommt, werden wir die Umsatzziele für 2020 aus heutiger Sicht nur knapp verfehlen. Spannender wird es da sicherlich nächstes Jahr“, weist er darauf hin, dass „die Krise“ wohl noch länger nachwirken werde.

Mehr Videokonferenzen, weniger Reisen

Bereits vor der Corona-Krise war ein mobiles Arbeiten oder ein Arbeiten von zu Hause in vielen Firmen möglich – meist allerdings nur für einen bestimmten Personenkreis. Dieses Bild hat sich in den letzten Monaten drastisch verändert. Um die persönlichen Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, wurden Homeoffice-Aktivitäten plötzlich auch an Stellen forciert, wo es in der Vergangenheit alles andere als Usus war. Covid-19 löste also eine „Digital Enablement Welle“ aus, wie es das Consulting-Unternehmen Deloitte in der „Flexible Working Studie 2020“ ausdrückte. Und wie es scheint, ist das „Ja“ zu vermehrtem Home-Office gekommen, um zu bleiben: 85 % der von Deloitte Befragten gingen davon aus, dass das Ausmaß der individuellen Nutzung nach der Corona-Krise höher sein wird als zuvor.

„Homeoffice und Videokonferenzen, unterstützt durch moderne IT-Tools, sind in unserer Organisation zur normalen Arbeitsweise geworden. Dies wird in Zukunft nicht verschwinden und einige Geschäftsreisen ersetzen“, bestätigt auch Ivan Filisetti, Präsident bei GF Machining Solutions den allgemeinen Trend, von zu Hause aus für die Firma tätig zu sein. Wolfgang Haumberger, Geschäftsführer der Haumberger Fertigungstechnik GmbH, lernte in den letzten Monaten ebenfalls die Vorteile einer virtuellen Zusammenarbeit zu schätzen.
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Viele meinen, dass die Krise ein Umdenken bei der Sourcing-Strategie mit sich bringen wird, da manche Unternehmen stark von chinesischen Zulieferern abhängig sind. Letzten Endes verursachten aber auch die Lockdowns in weiten Teilen Europas Lieferengpässe. Thomas Fietz, CEO bei Wedco

Viele meinen, dass die Krise ein Umdenken bei der Sourcing-Strategie mit sich...

„Während der Corona-Krise konnten wir einen enormen Anstieg der über Videokonferenzen abgehaltenen internen und externen Besprechungen feststellen. In den meisten Fällen hat dies aufgrund weggefallener Reisezeiten und eines strafferen Zeitmanagements während der Meetings zu einer deutlichen Zeitersparnis geführt, weshalb wir in Zukunft weiterhin verstärkt auf Online-Besprechungen setzen werden“, erklärt er.

Äußerer Druck macht erfinderisch

Grundsätzlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Was sich irgendwann einmal als gut erwiesen hat, wird gerne wiederholt. Und zwar so lange, bis es einen entsprechenden Veränderungsdruck gibt. Wobei dieser oftmals von außen kommen muss. Sehr häufig ist deshalb gerade in Krisenzeiten das Phänomen zu beobachten, dass die Bereitschaft, eingefahrene Wege zu verlassen und Neues zu probieren, steigt. „Die letzten Monate haben gezeigt, dass viele Dinge, die in der Vergangenheit nur auf eine gewisse Weise möglich waren, auch anders funktionieren – beispielsweise Meetings mit Kunden, die an sich unbedingt bei uns vor Ort sein wollen“, beschreibt Mag. (FH) Mario Haidlmair. „Anfangs hat uns die Krise natürlich hart getroffen. Gerade der Umstand, dass unser Geschäftsjahr mit Ende März endet, hat uns durch den Lockdown einiges an Kopfzerbrechen bereitet, da wir noch einige Projekte finalisieren mussten. Das schien im ersten Moment sehr schwierig. Aber die Mitarbeiter haben unter erschwerten Bedingungen jeden Tag Außergewöhnliches geleistet, um unseren Betrieb einwandfrei am Laufen zu halten“, fügt er ergänzend hinzu.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Corona-Krise
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Es gibt viele Branchen, die derzeit noch sehr gut laufen, möglicher Weise aber nächstes Jahr Probleme bekommen. Es bleibt herausfordernd. Manche großen Player nutzen leider die derzeitige Situation, um das Maximum aus ihren Lieferanten herauszuholen. Andreas Fill, CEO der Fill GmbH

Es gibt viele Branchen, die derzeit noch sehr gut laufen, möglicher Weise aber...

offensichtlich ebenso, wie u. a. der japanische Werkzeugmaschinenhersteller Yamazaki Mazak beweist. Dieser setzte in der Hochphase der Krise auf digitale Maschinenvorführungen mit AR-Technologie, um mit den Kunden zu interagieren. „Die erste Vorstellungsreihe wurde sehr gut angenommen. Deshalb werden wir daran festhalten und unser Angebot weiter ausbauen. Wir stellen nach wie vor Slots zur Verfügung, in denen unsere Kunden Maschinen ganz bequem aus ihrem gewohnten Umfeld digital erleben können. So einfach war die Reise in unsere Technologiezentren noch nie“, betont Florian König, Niederlassungsleiter von Mazak Österreich.

Die Krise als Chance?

Generell seien Krisen eine ideale Gelegenheit, um Bestehendes in Frage zu stellen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft neu zu stellen. Gibt man die beiden Wörter Corona-Krise und Chance in das Suchfeld bei Google ein, werden 24,5 Millionen Treffer angezeigt. Das deutet darauf hin, dass es für findige Unternehmer möglicherweise einiges an Potenzial zu heben gibt – Stichwort Digitalisierung beispielsweise. Bei unserer zweiten Corona-Umfrage (die statistische Auswertung dazu finden Sie auf den Seiten 24f) bestätigten immerhin rund 82 % der Teilnehmer die Aussage, dass die Themen Standardisierung, Automatisierung und Digitalisierung durch die Corona-Krise an Bedeutung gewannen. 57 % der Befragten gaben an, dass die Krisenzeit für interne Umstrukturierungen und Optimierungen genutzt wurde und beinahe genauso viele gehen davon aus, dass die Corona-Krise die Produktionswelt nachhaltig verändern wird.



Einer,
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Kurzarbeit hilft, die personellen Konsequenzen abzufedern, ist aber kein Allheilmittel. Zusätzlich wäre es eigentlich notwendig, die Reiserestriktionen für Geschäftsreisen zu reduzieren und die globalen Lieferketten wieder anzuschieben. Markus Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH

Kurzarbeit hilft, die personellen Konsequenzen abzufedern, ist aber kein Allheilmittel....

der eine nachhaltige Veränderung der Wirtschaft zum Positiven hin eher bezweifelt, ist Thomas Fietz, CEO bei Wedco. „Schließlich wird die Wirtschaft durch den Menschen beeinflusst und gesteuert und der Mensch ist, wenn es um Geld und Macht geht, gierig und daher nicht belehrbar“, outet er sich als Realist. Wovon er allerdings fix ausgeht, ist, dass eine gewisse Marktbereinigung stattfinden wird. Er findet das gut: „Denn die Firmen, die dies betrifft, haben mit geringsten Margen am Markt agiert und dabei die Preise kaputt gemacht.“ Dr.-Ing. Stefan Hansch, CEO bei Emco, denkt ebenfalls, dass es in der Branche zu weiteren Zusammenschlüssen und Konzentrationen kommen werde. „Vor dem Hintergrund der Abkühlung der Weltkonjunktur, des Strukturwandels in der Autoindustrie, des Handelskriegs USA versus China, des Brexits und des niedrigen Ölpreises wirkte der coronabedingte Lockdown wie die Lunte am Pulverfass. Und es wird voraussichtlich auch keine rasche Erholung geben, sondern wir müssen uns auf eine langsame Reise zurück auf das Vor-Corona-Niveau einstellen“, beschreibt er die aktuelle Situation.

Von staatlicher Seite werden die Unternehmen u. a. mit dem Corona-Kurzarbeitsmodell auf ihrem Weg zurück zu den gewohnten Umsatzsphären unterstützt. Ein Angebot, das von sehr vielen Betrieben angenommen wurde. Aktuell sind österreichweit rund 450.000 Personen in Kurzarbeit. „Kurzarbeit hilft, die personellen Konsequenzen abzufedern, ist aber kein Allheilmittel. Zusätzlich wäre es eigentlich notwendig, die Reiserestriktionen für Geschäftsreisen zu reduzieren und die globalen Lieferketten wieder anzuschieben. Weitere wichtige Punkte wären ein Bürokratieabbau, eine Senkung der Steuern und weitere Maßnahmen, um Länder wie Deutschland oder Österreich als Investitionsstandort
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Wir gehen davon aus, dass nach der ersten Phase der Unsicherheit jetzt wieder Normalität einkehrt und ab der zweiten Jahreshälfte der Aufschwung gelingt. Das alles hängt jedoch davon ab, wie sich u. a. Arbeitslosigkeit, Konsum und Kaufkraft entwickeln. Wolfgang Haumberger, Geschäftsführer der Haumberger Fertigungstechnik GmbH

Wir gehen davon aus, dass nach der ersten Phase der Unsicherheit jetzt wieder...

im weltweiten Wettbewerb attraktiv zu machen,“ schlägt Markus Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH, vor.

Herausfordernde Zeiten für die Industrie

Tatsache ist, dass unser aller Leben durch SARS-CoV-2 massiv auf den Kopf gestellt wurde. Vielem, das bis vor Kurzem selbstverständlich war, wurde plötzlich per Verordnung ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben. Dieses rigorose Vorgehen im Dienste der Gesundheit bekam auch die Industrie schmerzhaft zu spüren. Besonders hart getroffen wurde beispielsweise die Luftfahrtindustrie. „80 % der weltweiten Flugzeugflotten blieben über Monate am Boden, Übernahmen von Neuflugzeugen wurden verschoben, Flugzeugneubestellungen blieben fast gänzlich aus“, heißt es in einer aktuellen Presseaussendung der Facc AG. Trotzdem blickt Robert Machtlinger, der CEO des in der Aerospace-Industrie tätigen Technologiekonzerns, voller Zuversicht in die Zukunft: „Bis Ende des Geschäftsjahres sehen wir zwar reduzierte, aber stabile Bedarfe. Eine Rückkehr auf den Wachstumspfad erachten wir ab dem Jahr 2022 als möglich. Das Niveau, das wir vor der Corona-Krise hatten, werden wir aus heutiger Einschätzung wieder in vier bis fünf Jahren erreichen.“ Bei der Covid-19-Sonderumfrage der Deutschen Auslandshandelskammern sprachen 59 % der Unternehmen von einer geringeren Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen, 83 % von erwarteten Umsatzeinbrüchen und 15 % sogar von mindestens einer Halbierung ihres Umsatzes. Wir förderten bei unserer Erhebung des aktuellen Status quo ähnliche Zahlen zutage: Von unserem Kunden- bzw. Leserstock im Bereich der FERTIGUNGSTECHNIK rechnen ca. 75 % mit einem Minus, nahezu ein Drittel
davon mit einem Minus größer 30 %.

„Der Vorteil vieler Maschinenbauer ist, dass wir gelernt haben, mit der Volatilität der Märkte umzugehen und ein wirtschaftliches Auf und Ab in unserer Branche ‚zur Normalität‘ gehört“, sagt Sandro Bottazzo, Geschäftsführer der Fritz Studer AG. Außerdem könnte laut VDMA der größte Tiefpunkt bei den Auftragseingängen im Maschinen- und Anlagenbau bereits überwunden sein. Denn nach im Vergleich zum Vorjahr -31 % im April, -28 % im Mai und -31 % im Juni sei man im Juli bei den Bestellungen nur noch um real 19 % hinter dem 2019er-Wert geblieben – und das, obwohl der Juli im letzten Jahr zu den stärksten Order-Monaten zählte. Das ist die gute Nachricht. Weniger erfreulich ist, dass wir gesamtgesellschaftlich betrachtet wohl noch länger an den Auswirkungen der Corona-Krise zu „knabbern“ haben werden. Da, wie es Jürgen Baumgartner, Verkaufsleiter bei Iscar Austria, zum Abschluss ziemlich drastisch formuliert „im Grunde genommen wir alle ‚Verlierer‘ sind, weil wir nicht wissen, wann unser Leben wieder so frei sein wird wie vor Corona.“


Unser aller Leben wurde durch SARS-CoV-2 massiv auf den Kopf gestellt. Vielem, das bis vor Kurzem selbstverständlich war, wurde plötzlich per Verordnung ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben. Dieses rigorose Vorgehen im Dienste der Gesundheit bekommt auch die Industrie schmerzhaft zu spüren. © ink drop – stock.adobe.com
Wie nachhaltig sich die Wirtschaft verändern wird, ist im Moment noch schwer abzuschätzen. Es gibt viele Punkte, die in den letzten Monaten teilweise aus akuter Not initiiert wurden. Wir bezweifeln aber, ob sich das im großen Stil längerfristig halten wird. Mag. (FH) Mario Haidlmair, Geschäftsführer der Haidlmair GmbH
Viele meinen, dass die Krise ein Umdenken bei der Sourcing-Strategie mit sich bringen wird, da manche Unternehmen stark von chinesischen Zulieferern abhängig sind. Letzten Endes verursachten aber auch die Lockdowns in weiten Teilen Europas Lieferengpässe. Thomas Fietz, CEO bei Wedco
Es gibt viele Branchen, die derzeit noch sehr gut laufen, möglicher Weise aber nächstes Jahr Probleme bekommen. Es bleibt herausfordernd. Manche großen Player nutzen leider die derzeitige Situation, um das Maximum aus ihren Lieferanten herauszuholen. Andreas Fill, CEO der Fill GmbH
Kurzarbeit hilft, die personellen Konsequenzen abzufedern, ist aber kein Allheilmittel. Zusätzlich wäre es eigentlich notwendig, die Reiserestriktionen für Geschäftsreisen zu reduzieren und die globalen Lieferketten wieder anzuschieben. Markus Horn, Geschäftsführer der Paul Horn GmbH
Wir gehen davon aus, dass nach der ersten Phase der Unsicherheit jetzt wieder Normalität einkehrt und ab der zweiten Jahreshälfte der Aufschwung gelingt. Das alles hängt jedoch davon ab, wie sich u. a. Arbeitslosigkeit, Konsum und Kaufkraft entwickeln. Wolfgang Haumberger, Geschäftsführer der Haumberger Fertigungstechnik GmbH
Vor dem Hintergrund der Abkühlung der Weltkonjunktur, des Strukturwandels in der Autoindustrie, des Handelskriegs USA versus China, des Brexits und des niedrigen Ölpreises wirkte der coronabedingte Lockdown wie die Lunte am Pulverfass. Dr.-Ing. Stefan Hansch, CEO bei Emco
Die Corona-Krise hat in einigen Bereichen bereits bestehende Entwicklungen beschleunigt. Ich bin überzeugt, dass gerade die Digitalisierung die Wirtschaft weiter nachhaltig verändern wird respektive diese bereits verändert hat. Sandro Bottazzo, Geschäftsführer der Fritz Studer AG
Die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten, war in unserem Unternehmen auch vor der Corona-Krise schon Standard. Wir werden aber in Zukunft vermehrt auf Online-Meetings setzen, um gewisse Reisetätigkeiten einzusparen. Jürgen Baumgartner, Verkaufsleiter bei Iscar Austria
Bei einigen Unternehmen läuft die Produktion nach wie vor nicht im Normalbetrieb. Diese setzen weiterhin auf Kurzarbeit. Und angesichts erneut steigender Infektionszahlen bleiben persönliche Kontakte nur eingeschränkt möglich. Florian König, Niederlassungsleiter von Mazak Österreich
Da die COVID-19-Krise noch lange nicht überwunden ist, bleiben die Unsicherheiten für die zweite Jahreshälfte hoch. Es gibt jedoch erste ermutigende Anzeichen dafür, dass sich die Weltwirtschaft auf einem Erholungspfad befinden könnte. Ivan Filisetti, Präsident bei GF Machining Solutions
An einen zweiten Lockdown glaube ich nicht. Das kann sich kein Land mehr leisten. Die Folgen wären katastrophal, speziell in den ärmeren Regionen dieser Welt. Ein Medikament darf nicht schlimmer sein als die Krankheit! Marc Schuler, Managing Director bei Dixi Polytool
Die letzten Monate waren hart: Umsatzrückgänge von bis zu 25 %, keine Flugreisen, keine persönlichen Kontakte mit Kunden in Übersee und selbst in Europa laufen die Außendienstaktivitäten erst langsam wieder an. Gerhard Melcher, Leitung Vertrieb, Zerspanung und Marketing bei Boehlerit


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/xtredimg/2016/Kunststofftechnik/Ausgabe118/9392/web/Gerratt_05.jpgMit elektronischer Haut die Welt fühlen
Ehe Roboter sicher mit Menschen zusammenarbeiten können, brauchen sie bessere Möglichkeiten, die Welt um sich herum wahrzunehmen, als sie heute verfügbare Sensorik zur Verfügung stellt. Am Laboratory for Soft Bioelectronic Interfaces (LSBI) der École Polytechnique Fédérale de Lausanne arbeiten Aaron P. Gerratt und sein Team an einer Sensorik, die Berührungen elektronisch erfassbar macht. Im Unterschied zu anderen Ansätzen soll sich das Tast-Sensorium flächig über die Arme und Greifer von Robotern ziehen lassen und muss daher extrem dünn sein. Dadurch ist als die elektronische Haut auch dafür geeignet, Prothesen einen Tastsinn zu verleihen. Noch wurde längst nicht die letzte Etappe dieser Forschungsreise begonnen. Dennoch konnten die Schweizer Wissenschaftler im Rahmen der Materialerforschung bereits die praktische Eignung nachweisen. Autor: Ing. Peter Kemptner / x-technik
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